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Heimvolkshochschule Falkenstein Taunus (Pädagogische Institut)

Die Heimvolkshochschule Falkenstein wurde zwischen zwischen 1961 und 1977 betrieben. Durch die Distanz zum privaten und beruflichen, stressigen Alltag wurden Heimvolkshochschulen häufig auf dem Land gebaut. Das Gebäude liegt auf 430 Höhenmetern und fern aller Durchgangsstraßen in Falkenstein. Die genaue Historie lässt sich hier nachlesen.

In Zukunft ist offenbar eine Neubebauung des Areals mit (für diese Gegend) typischen Villen geplant. Die Taunus-Zeitung berichtete bereits 2015 über die Genehmigung von acht Bauparzellen.

Vor Ort ist das ganze Areal mittlerweile ziemlich zugewachsen und man kommt nur noch über die Rückseitige Anfahrt auf einen Innenhof. Leider haben Vandalen bereits einiges zerstört. Das Gebäude ist bis auf einige technische Anlagen (Heizung) leergeräumt und verschlossen, die Innenräume sind aber weitestgehend intakt. Die ehemalige, große Freitreppe auf der Vorderseite des Komplexes ist fast vollständig überwuchert (vergleiche Bild im Zeitungsartikel).

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Neufville Turm im Wald bei Eppstein

Der Neufville Turm im Bergpark „Villa Anna“

In der Nähe des Eppsteiner Bahnhofes kann man den märchenhaften Neufville Turm im Wald besuchen. Er liegt auf dem Epp­stei­ner Jäh­en­berg und ist Teil des Berg­parks Vil­la An­na. Vom Turm aus hat man einen schönen Blick auf die Eppsteiner Burg und den Kaisertempel. In der Vergangenheit gab es hier zumindest an manchen Tagen eine Bewirtschaftung für Wanderer und Spaziergänger, es zeugen noch alte Tische und Mobiliar von dieser Zeit. Momentan ist die Nutzung aber offenbar eingestellt, denn auch die Webseite des Turmes ist nicht mehr erreichbar und das Gelände wächst langsam zu. Auch gibt es leider sichtbare Spuren von Einbruchsversuchen, auch wenn die Innenräume wohl zum größten Teil leergeräumt sind. Grund für die Nicht-Nutzung sind wohl ausstehende Sanierungen, die bisher nicht erfolgreich durchgeführt werden konnte. Leider kann man deswegen auch momentan nicht auf den Turm steigen. Früher kostete der Eintritt mal 60 Cent.

Standort in Eppstein

Die Umgebung und der Turm selbst verbreiten eine schöne, märchenhafte, etwas Geheimnis volle Stimmung, gerade durch den langsam einsetzenden Verfall. Der Lost Place ist relativ einfach vom Bahnhof Eppstein zu Fuß zu erreichen.

Die Turm Ge­schich­te:

Gebaut wurde der Neuf­vil­le-Turm 1894 durch die Frank­fur­ter Ban­kerfamilie Neuf­vil­le. Der Turm ge­hört gemeinsam mit dem Schwei­zer Haus, der Vil­la An­na, dem Kut­scher­haus und Tau­ben­haus zum sogenannten Berg­park. Früher war in den Räumen die Kunst­samm­lung der Besitzer un­ter­ge­bracht.

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Funkmast am Kolbenberg

Feldberg Taunus Relay Site

Dieser „Lost Place“ ist wohl einer der am meisten besuchten Lost Places im Taunus. Die Anlage befindet sich auf der Gipfelkuppe des Kolbenbergs und ist durch den hohen Gittermast weithin sichtbar. Um die bis 2007 von der US Air Force genutzten Anlage ranken sich allerlei Gerüchte und Mythen. Angefangen von geheimen Bunkeranlagen über nächtliche SUV Kolonnen der CIA bis hin zur Vermutung dies sei ein getarnter NSA-Abhörposten. Was sich leicht belegen lässt ist die aktuelle Nutzung als Handymast durch den Provider Vodafone.

Ehemalige Relaystation für Marschflugkörper

Relativ sicher ist, dass hier in den 50er Jahren eine Bodenradarstation für die MGM-1 Matador Marschflugkörper installiert war und die Anlage im Anschluss häufig umgenutzt und umgebaut wurde. 1962 wurde der 100 Meter hohe Mast aufgestellt. Anfangs noch in rot/weiß. Der Gittermast ist etwa 100 Meter hoch und diente als Radio Relay Site. Da die Station offiziell „Feldberg Radio Relay Site“ genannt wurde, kam es häufig zu Verwechslungen mit einer anderen Station auf dem Feldberg im Schwarzwald.

Zwischen 1960 und 1970 arbeiteten und wohnten 20 bis 150 Mitarbeiter der amerikanischen Streitkräfte direkt vor Ort.

Anfangs war das Gelände nur durch einen Holzzaun, später dann mit einem Maschendrahtzaun gesichert. Später wurde eine etwa 5 Meter Hohe Betonwand errichtet um die Anlage vor Angriffen durch Fahrzeuge oder Anschläge zu sichern. Die Wohneinheiten wurden in dieser Zeit abgerissen und das Personal nach Camp David in Oberursel verlegt. Seit 1993 wurde die Anlage komplett remote von der Rhein-Main-Airbase (am Frankfurter Flughafen, 2005 geschlossen) gesteuert und es fanden nur noch Kontrollen und Wartungsgänge vor Ort statt.

Anlage ist gut gesichert

Die Betonmauer steht heute noch. Der Zugang ist zur Zeit nur über eine Tür und ein großes Rolltor möglich. Die Durchlässe in der Mauer wurden in jüngerer Zeit nachträglich zugemauert, wie auf älteren Drohnenvideos zu sehen ist. Das Rolltor und die Türe sind ebenfalls neueren Datums. Vor einigen Jahren konnte man noch relativ einfach ins Innere der Anlage gelangen:

Außerhalb der Mauer gibt es noch einen eingezäunten Bereich mit Torhaus. Ich vermute, dass dort früher die Wohnungen der Angestellten standen. Das Torhaus ist relativ leicht zu begehen und bereits erheblich vandalisiert. Hier sind die Elektroinstallationen abgefackelt und es gab mal ein funktionierendes Klo…Der offenkundige Versuch durch die Kanalisation ins Innere der eingemauerten Anlage zu gelangen scheiterte wohl am zu geringen Rohrquerschnitt. Ohne Drohne lässt sich nur ein sehr kleiner Einblick erhaschen. Dafür habe ich das Handy in den Schlitz unter einer der zugemauerten Stellen gesteckt. Erkennbar ist dort nur eine Rampe und etwas Gerümpel

Am Parkplatz am Alten Jagdhaus wurde 2011 eine Gedenktafel aufgebaut. Die US-Soldaten bedanken sich damit bei der Bevölkerung der umliegenden Orte. Das Verhältnis war offenbar gut, da die Amerikaner bei der Realisierung einiger Projekte, etwa der Bobbahn in Oberreifenberg halfen. Man mag es kaum glauben aber von 1955 bis 1957 gab es am Feldberg tatsächlich eine Bobbahn und dort wurde sogar die Viererbob-Meisterschaft 1955 ausgetragen. 1957 wurde die Bahn allerdings schon wieder abgebaut, da es an Frostsicherheit mangelte.

Laut Wikipedia ist der derzeitige Eigentümer des Geländes unbekannt. Man kann spekulieren ob das Gelände noch der amerikanischen Regierung gehört.

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Alte Jagdvilla der Familie Opel im Weihersgrund (Taunus)

Die eingestürzten Reste des ehemals herrschaftliche Anwesens finden sich in der Nähe von Neu-Anspach am Südrand des Naturschutzgebietes Weihersgrund. Vom Waldparkplatz: Hegewiese 2C, 61389 Schmitten sind es ca. 1,8 Kilometer Fußweg. Die genaue Location befindet sich hier:

Geschichte der Alten Opel Jagdvilla

Um 2010 ist das Hauptgebäude leider eingegstürzt und es steht nur noch der Turm und die Kellerräume. Aus diesem Grund ist das Gelände auch eingezäunt, da die Stadt ihrer Sicherungspflicht nachkommen muss. Das die Anlage überhaupt noch als Ruine existiert ist dem Fakt geschuldet, dass sich Besitzer und Kommune uneins über das weitere Vorgehen sind. Das Gebäude liegt in einem Naturschutzgebiet und genießt keinen Bestandsschutz. Eine Nutzung als Tagungsstätte oder Restaurant ist im Naturschutzgebiet aber nicht genehmigungsfähig.

Alfred Engelhard, Opel-Jagdhaus.jpg
Von Der Fotograf ist nicht genannt. Ein schwer enzifferbares Kürzel „MR“ (oder so ähnlich) deutet auf den Fotografen hin, konnte aber nicht zugeordnet werden. – Das Bild stammt aus dem Bildband mit dem Titel Ausgeführte Bauten, den Alfred Engelhard 1916 veröffentlichte., PD-alt-1923, Link

1912 baute Fritz Opel das Anwesen. Es verfügte in dieser abgelegene Region bereits über neuen Technologien wie Stromerzeuger und Tankanlage und galt damit als „Hightech Gebäude“. Das Park ähnliche Ensemble verfügt über einen noch sichtbaren Schwimmteich, mehrere (mittlerweile hochgewachsene) ausländische Nadelgehölze inklusive Mammutbaum und einen imposanten, natürlichen Felsen inklusive Schutzgatter. Nach dem zweiten Weltkrieg nutzten US-Militärs das Gebäude. Zeitweise verhörten die Amerikaner hier ehemalige Nazi-Agenten der Aufklärungseinheit „Fremde Heere Ost“ und das Gebäude diente als Unterkunft.

Alfred Engelhard, Opel-Jagdhaus (1).jpg
Von Der Fotograf ist nicht genannt. Ein schwer enzifferbares Kürzel „MR“ (oder so ähnlich) deutet auf den Fotografen hin, konnte aber nicht zugeordnet werden. – Das Bild stammt aus dem Bildband mit dem Titel Ausgeführte Bauten, den Alfred Engelhard 1916 veröffentlichte., PD-alt-1923, Link

Später lebte auch die Fliegerin Hanna Reitsch in einem Nebengebäude. Dieses ist ebenfalls noch vor Ort sichtbar und in besserem Zustand als die Villa. In den Siebziger Jahren ging es mit der Anlage bergab und nach Plünderungen wurde sie Opfer von zunehmendem Vandalismus, der bis jetzt anhält, wie auf den Fotos zu sehen ist.

Bilder der Opel Jagdvilla von 2016

Was noch zu sehen ist

Bis auf den Turm ist das Gebäude leider schon eingestürzt. Im etwas gruseligen Keller finden sich Reste der Heizung und Warmwasseraufbereitung. Diese war für die damalige Zeit und die abgelegene Location bereits auf einem sehr modernen Stand. Die Zufahrt des Anwesens endete Früher in der Garage wo auch ein Werkstatt-Graben vorhanden ist um Fahrzeuge reparieren zu können.

Das ganze Areal ist mit teilweise exotischen Nadelbäumen bepflanzt. Heute haben diese eine stattliche Höhe erreicht. Ein imposante Felsen wurde oben mit einem Laufgitter gesichert, welches teilweise noch vorhanden ist. So konnte man auf einem angelegten Weg vom Haus aus auf den Felsen spazieren. Etwas versteckt unter den Bäumen finden sich auf die Reste des alten Swimmingpools. Ein kleiner, natürlicher Bachlauf speist den Pool mit frischem Wasser. Vermutlich war das Becken einmal tiefer, mittlerweile ist natürlich einiges an Sand und Schlamm drin.

Die Villa ist leider stark verfallen und beschädigt. Das Ensemble und die Fragmente der alten Parkanlage sind dennoch sehr spannend anzusehen. Eine Revitalisierung des Ortes würde sicher eine Top-Location abgeben.

Alte Aufnahme eines Innenraumes:

Alfred Engelhard, Opel-Jagdhaus, innen.jpg
Von Der Fotograf ist nicht genannt. Ein schwer enzifferbares Kürzel „MR“ (oder so ähnlich) deutet auf den Fotografen hin, konnte aber nicht zugeordnet werden. – Das Bild stammt aus dem Bildband mit dem Titel Ausgeführte Bauten, den Alfred Engelhard 1916 veröffentlichte., PD-alt-1923, Link